Personen mit ADHS, Autismus oder ähnlichen Herausforderungen erleben Essen häufig anders.
Gerüche, Texturen, Temperaturen oder Mischungen hieraus können beispielsweise schnell überfordernd sein.
Auch Einkaufen, Kochen und die Organisation der Ernährung können zu einer besonderen Herausforderung werden.
Zu besonderen Kennzeichen von Essverhalten bei Autismus und ADHS gehören:
- Sensorische Wahrnehmung: Verstärkte oder auch abgeschwächte Wahrnehmung von Texturen, Gerüchen, Geschmäckern und anderen Faktoren rund ums Essen.
- Bedürfnis nach Routinen und Vorhersehbarkeit: Gleichbleibende Mahlzeiten, Marken, Essenszeiten, etc.
- Interozeption: Oft weniger Zugang zu Hunger, Sättigung und Durstgefühl.
- Exekutive Dysfunktion: Schwierigkeiten bei der Planung und Zubereitung von Mahlzeiten.
- Überforderung beim Essen in sozialen Situationen: Herausforderung im Restaurant zu Essen oder in Umgebungen mit vielen Menschen. Manche ND-Personen können besser essen, wenn sie allein sind.
- Essen zur Selbstregulation: Essen kann beispielsweise zur Beruhigung bei Stress, Unterstimulation oder Überforderung zum Einsatz kommen.

Diese Herausforderungen können dazu führen, dass Essen zu einem anstrengenden Thema wird. Auch kann das Essverhalten häufig mit einer Einschränkung des Wohlbefindens und Mangelzuständen in Bezug auf verschiedene Nährstoffe einhergehen (muss es aber nicht immer).
Viele neurodivergente Menschen machen negative Erfahrungen in klassischen Beratungsangeboten, da sie sich hier nicht verstanden fühlen oder mit den vorgeschlagenen Strategien nichts anfangen können. Dies kann den Stress rund um das Thema Ernährung zusätzlich vergrößern.
Ernährungsberatung, welche auf Bedürfnisse bei Autismus und ADHS eingeht
Eine entsprechend affirmative Ernährungsberatung zum Ziel, ein funktionales Essverhalten und eine neutrale Beziehung zum Essen zu fördern. Es geht nicht darum, etwas zu normalisieren oder ein perfektes Nährstoffprofil zu erreichen. Es sollte immer bedacht werden, dass zusätzlicher Druck jede Veränderung erschwert und nur aus einer entspannten Situation heraus Veränderung möglich wird. Ziele können sein:
- Verringerung von Stress und Überforderung in Zusammenhang mit Essen.
- Förderung einer ausgewogenen Ernährung anhand spezieller Bedürfnisse und Vorlieben ohne starre Regeln oder Anspruch auf Perfektion.
- Vermeidung von Mangelzuständen mit individuell passenden Alternativen und ggf. passender Supplementation.
- Passende Strukturen und Routinen für den Alltag mit Ernährung finden.
- Förderung von Selbstwirksamkeit und Akzeptanz.
Wenn du dich angesprochen fühlst und Unterstützung als Betroffene*r oder Angehörige*r suchst, dann kontaktiere mich gerne.
